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Fachschaftsrat

Umbenennung

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Wir bennen uns um!

26.03.2017: In wenigen Tagen wird der altbekannte Fachschaftsrat  Erziehungswissenschaften nur noch als Fachschaftsrat Pädagogik zu finden sein.

Um dem Lehramt gleichermaßen gerecht zu werden, gab es bis vor kurzem  noch die "Interessenvertretung Lehramt". Nach ihrer Auflösung  entschieden wir, im Fachschaftsrat nun Lehramt und  Erziehungswissenschaften nicht nur inhaltlich, sondern auch namentlich  beide Studiengänge zu vertreten. Hier ist das Ergebnis.


Sprechzeiten

Mittwoch 10 - 11:30 Uhr

in der vorlesungsfreien Zeit nach Absprache per Mail oder Facebook

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Rettet die Geschichtsdidaktik! - ein offener Brief

Ew. Magnifizenz, dem Rektor der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Prof. Dr. Udo Sträter,
sehr geehrter Prorektor für Studium und Lehre Herr Prof. Dr. Wolf Zimmermann,
sehr geehrte Dekanin der Philosophischen Fakultät I Frau Prof. Dr. Suzanne S. Schüttemeyer,
sehr geehrter Direktor des Zentrums für Lehrerbildung Herr Prof. Dr. Thomas Bremer,
sehr geehrter Ombudsmann in der Kommission zur Untersuchung von Vorwürfen wissenschaftlichen Fehlverhaltens Herr Prof. Dr. Heiner Lück,

als studentische Vertretungen an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg möchten wir öffentlich auf drängende Probleme in der Geschichtsdidaktik hinweisen, die wir intern nicht sinnvoll ansprechen konnten. Deshalb können wir sie leider nur auf diese Weise angehen, um damit eine konstruktive Diskussion über eine grundlegende Veränderung im Bereich der Geschichtsdidaktik möglich zu machen und sie - falls möglich - vor sich selbst zu retten.

Dass es Probleme gibt, wird schon an den vergebenen Noten im Basismodul deutlich. Sie liegen schon seit 2008 durchschnittlich schlechter als 4,0 und sprechen damit für eine extrem hohe Durchfallquote. Das liegt zum einen daran, dass die Anforderungen unverhältnismäßig sind. Es wird den Studierenden viel zu viel Stoff in den einzelnen Studienbereichen aufgedrängt, weshalb die Vorlesungen (zum Beispiel "Probleme der Geschichtsdidaktik") auch kontinuierlich überzogen werden. Zum anderen liegen die schlechten Noten auch einfach daran, dass die Klausuren selbst parteiisch und voller Fehler sind. So stellte einer der zwei lehrenden Geschichtsdidaktiker 2017 eine Klausur, die von den Studierenden verlangte, ausschließlich gegen eine Positionierung des Studierendenrates zur Kritik an Martin Luther zu argumentieren. Schon in der Aufgabenstellung wurde deutlich, dass andere Meinungen nicht erwünscht sind, denn es sollte nur darum gehen "das Geschichtsbild des StuRas geradezurücken" und es sei wohl ein "verunglückter Versuch der Geschichtspolitik". Auch der Erwartungshorizonte machte deutlich, dass andere Meinungen als Fehler zu gelten haben. Besonders skandalös ist hier, dass die Studierenden für ihren erzwungenen Verriss nicht einmal einen Originaltext zur Verfügung gestellt bekamen, sondern nur einen Beitrag vom MDR Sachsen-Anhalt mit wenigen Zitaten. Darüber hinaus fanden sich aber auch objektive Fehler (fehlerhafte Aufgabenstellungen) in den anderen Klausuren, wobei auf Beschwerden von Studierenden nicht reagiert wurde.

Diese Ignoranz gegenüber Studierenden und offensiv gepflegte Gegnerschaft gegenüber den studentischen Gremien zieht sich leider durch den ganzen Fachbereich: So werden Studierende bloßgestellt, wenn sie vermeintlich zu spät erscheinen, während die Dozierenden gleichzeitig ihre Vorlesungszeiten ständig überziehen. Gesprächsangebote werden nicht erst genommen und Mails oder Positionierungen von studentischen Vertreter*innen werden stattdessen in Seminaren und Vorlesungen kommentiert. So wurde bei einem Streit um die Anwesenheitspflicht bereits über die "Bande" des Fachschaftsrates (FSR) der Philosophischen Fakultät I geschimpft. Darüber hinaus wurde auch eine aktuelle Anfrage des FSR der Erziehungswissenschaften bezüglich eines Gesprächstermin zur Klärung/Verbesserung der aktuellen Situation ignoriert.

Der Zustand der Lehre im Bereich der Geschichtsdidaktik an der Martin-Luther-Universität hat nachweislich bereits weitreichende Folgen für die Studierenden verursacht. Obwohl das Problem der mangelnden Schulpraktischen Übungen (SPÜ) allen Lehrämtler*innen bekannt sein dürfte, ist es in diesem Bereich besonders schlimm. Unter anderem wird die Platzvergabe für die wenigen existierenden SPÜ unverhältnismäßig gestaltet, da das ausschlaggebende Kriterium nicht die Anzahl an Hochschulsemestern sondern das Semester ist, in der die Basismodul-Prüfung erfolgreich absolviert wurde. In Kombination mit weiteren Schikanen durch die Fachvertreter brachen in Folge nicht bestandener Prüfungen Studierende ihr Lehramtsstudium ab, wechselten das Fach oder die Universität. Dass diese Probleme seit nun mehr als einem Jahrzehnt bestehen, hat dementsprechend auch Auswirkungen auf den Ruf des Institutes Geschichte, bzw. auf den Ruf der ganzen Universität.

Wir fragen uns deshalb, wie solche krassen Missstände an unserer Universität bestehen können. Wie kann es sein, dass Didaktiker nicht in der Lage sind, ihren Stoff so zu vermitteln, dass die Durchschnittsnote besser als 4,0 liegt? Wieso darf man beständig überziehen, während angehende Lehrer*innen ihre Unterrichtsstunden minutiös planen müssen? Wieso müssen sich die Studierenden und ihre Gremien beschimpfen lassen und wieso ist kein vernünftiger Dialog möglich? Wieso kümmert man sich stattdessen nicht um die bessere Verfügbarkeit von Schulpraktischen Übungen (SPÜ), die zwar verpflichtend aber kaum vorhanden sind? Weshalb werden Prüfungsordnungen missachtet und Wiederholungstermine für die Modulleistungen nicht rechtzeitig, meist weit unter fünf Wochen vor der Wiederholungsprüfung, bekannt gegeben? Wie kann es sein, dass ein ganzer Fachbereich 10 Jahre lang solche Ergebnisse provoziert, aber weder vom Institut für Geschichte noch von der Leitung der Universität dafür auch nur kritisiert wird, während unsere Studierenden lieber nach Leipzig fliehen und die Geschichtsdidaktik bereits jetzt einen katastrophalen Ruf hat?

Wir sind schockiert über diese Tatsachen und fordern deshalb eine Intervention von außen, da wir glauben, dass weder die Geschichtsdidaktik noch das Institut für Geschichte Willens und in der Lage sind, hier etwas zu ändern. Wir fordern, dass es endlich Transparenz bei der Vergabe der Noten, vernünftige und nachvollziehbare Klausuren und eine Änderung der Lehre gibt. Es kann nicht sein, dass das Studium erschwert bis verunmöglicht wird, wenn gleichzeitig über massiven Lehrer*innenmangel geklagt wird. Wir fordern deshalb auch das Land dazu auf, sich für eine Rettungder Geschichtsdidaktik stark zu machen und hoffen darauf, dass dieser öffentliche Hilferuf endlich ein Umdenken bewirkt.

Mit freundlichen Grüßen
Die Projektgruppe „Evaluation Geschichtsdidaktik“ im Auftrag für die Lehramtsstudierenden in Zusammenarbeit mit und der Unterstützung von:
Studierendenrat der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Fachschaftsrat der Philosophischen Fakultät I, Fachschaftsrat Erziehungswissenschaften

Halle (Saale), den 01.06.2018

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